“In Ceuta und Melilla wurde die Höhe der Absperrung auf sechs Meter verdoppelt. Den Mann, der das veranlasst hat, treffe ich am späten Nachmittag in seinem Büro im Herzen der Halbinsel. José Fernández Chacón ist der höchste Vertreter der spanischen Zentralregierung in Ceuta (…).
Dass ein junger Afrikaner beim Übersteigen des Zauns einige Wochen vor unserem Gespräch abstürzte und ums Leben kam, erklärt Fernández Chacón mit dem starken Wind an jenem Tag. Die Mafia der Menschenschmuggler hat dem Spanier zufolge jedenfalls begriffen, dass es für ihre Kunden in Ceuta keinen Ausweg gibt. Deshalb wähle sie nun den Weg über Libyen nach Lampedusa oder von Westafrika auf die Kanarischen Inseln. ‘Wasser ist schwieriger abzusperren’, meint der Beamte. Europa stehe hier vor einer wichtigen Herausforderung und sollte mehr Geld für seine Grenzschutzagentur Frontex bereitstellen.”
aus: Roland Siegloff: “Reise zu den letzten Grenzen. 100 Tage freie Fahrt durch die Festung Europa“







